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Gonzalo

Künstler Gonzalo Cardozo

Gonzalo Cardozo wurde im Jahr 1954 in Oruro als Sohn eines Schreiners geboren. Dort lernte er schon früh, mit Holz umzugehen und entdeckte seine Liebe zur Gestaltung solcher Materialien. Eigentlich sollte er den väterlichen Betrieb übernehmen, studierte aber zunächst von 1975 bis 1979 Architektur in seiner Heimatstadt und ab 1979 Grafikdesign an der Universidad del Sur in Antofagasta/Chile. Daneben belegte er Kurse in Film, Pädagogik und Theologie.
Erst 1988, als er schon verheiratet und Vater dreier kleiner Töchter war, entschloss er sich, sein sicheres Einkommen aufzugeben und sich ganz der Kunst zu widmen. Gemeinsam mit seiner Frau, der Künstlerin Maria Velasquez de Cardozo und seinen fünf Töchtern betreibt der Künstler die "Casa Arte Taller Cardozo Velasquez" als Domizil, Atelier, örtliches Zentrum für die Kunst und letztlich als Gesamtkunstwerk, in dem sich Leben und Arbeiten auf einzigartige Weise verbinden.
Hier werden nicht nur Plastiken aus "herkömmlichen" Rohstoffen geschaffen, sondern aus allen erdenk- und formbaren Materialien. Ob Gonzalo Cardozo nun einen Harlekin aus Textilresten formt, die als Almosen aus den Überproduktionen der Industrienationen in die Andenrepublik gelangten, ob er aus leeren Getränkeflaschen einen Regenstand baut oder ob er seinen Phantasien im Schaffen inkaischer Symbole Raum gibt: in erster Linie geht es ihm immer um die Investition des ästhetischen Schaffens und des kreativen Vermögens in die Alltagswelt.
Erste Ausstellungen fanden 1988 in Oruro statt, seit 1989 zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen in La Paz und anderen Städten des Landes. Cardozos Arbeiten erhielten nationale Preise und das bolivianische Fernsehen berichtet über seine Arbeiten ebenso wie die einschlägigen Printmedien. Im Jahr 2000 nahm er als Vertreter seines Landes an der Weltausstellung in Hannover teil.

Philosophie

Das künstlerische Schaffen von Gonzalo Cardozo kann nicht auf seine Kunstwerke reduziert werden. Vielmehr sieht er seine Aufgabe darin, Kunst allen Bevölkerungsschichten unabhängig vom Einkommen zugänglich zu machen. Dabei unterstützt ihn seine ganze Familie, die diesen Gedanken aktiv mitträgt. Cardozo sind vor allem die (ärmeren) Kinder ein großes Anliegen, denen durch die Kunst ganz neue Perspektiven eröffnet werden können.
Er möchte es den Kindern ermöglichen "selbst Künstler zu werden" um sich frei zu entfalten und als mündiges Individuum die Gesellschaft auf eine positive Art und Weise prägen zu können. Einer seiner Leitsätze "Mit den Kindern wächst die Demokratie" ist ein zentraler Punkt in Cardozos Denken. Dies zu unterstützen ist ein Hauptziel seiner künstlerischen und kreativen Arbeit mit den jungen Generationen.
So ist es wohl angemessen zu sagen, dass Gonzalo Cardozo die Kunst tatsächlich lebt, lebendige Kunst macht und vor allem andere daran teilhaben lässt. Sein Haus ist Treffpunkt von Intellektuellen und Freunden. Für sie ist z. B. die allmonatlich stattfindende K´hoa (Zeremonie für die Mutter Erde) ein wichtiger Termin. Jeden ersten Freitag im Monat wird sie gemäß der Andenreligionen gefeiert und oft von befreundeten Musikgruppen mitgestaltet.

Projekte

1997 rief Cardozo mit seiner Ehefrau ein künstlerisches Projekt ins Leben mit dem Titel "Para volver a ser niños ... juguemos con ellos" (in etwa: Um wieder zu Kindern zu werden..., lasst uns mit ihnen spielen). Unter diesem Motto fährt der Künstler mit seiner Familie und anderen Freiwilligen mindestens einmal pro Woche in einem Bus in arme Stadtteile und auf Dörfer, um dort Kindern in Straßenprojekten die Möglichkeit zu geben, das Malen und die Kunst im Allgemeinen zu entdecken. Wegen oft beengten Lebensverhältnissen und fehlenden Angeboten wie Parks oder Sportplätzen ist die Straße Hauptaufenthaltsort der Kinder. Genau in dieser vertrauten Umgebung möchte Cardozo sie erreichen, weswegen alle Aktivitäten auf der Straße stattfinden.
Die freiwilligen Helfer stellen die kleinen Tische auf Straßen oder Plätzen auf, die Kinder bekommen Farben, Kittel und Papier und können loslegen. Gerade auf dem Land ist es oft das erste Mal, dass ein Kind einen Pinsel in der Hand hält und dann ein eigenes Bild nach Hause bringen kann. Kreativität steht ganz oben und so gibt es keine Vorgaben. Jedes Kind kann frei entscheiden was es gerne gestalten möchte. Neben dem Malen, das sich wie ein roter Faden durch alle Tage zieht, ist es z.B. auch möglich, Fingerpuppen aus alten Socken zu basteln und dann ein kleines Theaterstück zu üben oder mit Bauklötzen zu spielen- der Phantasie der Kinder sind keine Grenzen gesetzt! An anderen Tagen werden Mauern bemalt, an denen die Kinder ihre Träume und Vorstellungen verewigen können. Jedes Mal nehmen an solchen Aktivitäten an die 50 bis 100 Kinder teil.
Ein weiteres Projekt stellt ein Bücherbus dar. Derselbe Bus, mit dem am Wochenende die Materialien transportiert werden, bietet Kindern einen Ort, an dem sie unter der Woche ihre Hausaufgaben erledigen und Bücher ansehen/lesen können. Oft finden sich um die 30 Kinder ein, um dieses Angebot zu nutzen.
In bisher kleinerem Umfang wird das Niñosnet (Kindernetz) betrieben, mit dem Kindern aus dem Viertel das Internet nähergebracht werden soll.

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