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Ferne Länder

Ausstellung Ferne Länder

Malerei, Mischtechnik

Datum
29.11.1997 bis 24.01.1998
Ort
Galerie ARAUCO
Trödelmarkt 13
90403 Nürnberg

Entfernte Länder

Der erste Eindruck von Mario Tapias Gemälden ist ein ganz außergewöhnlicher: Formen, Linien, freie Flächen und Farben sind in solch einer perfekten Weise zusammengebracht, dass man sich nicht vorstellen kann, dass man noch ein neues Detail hinzufügen oder wegnehmen könnte. Man weiß, dass der Maler keine Vorzeichnungen auf die weiße Leinwand macht. Man ahnt nicht, von welchem Punkt der Oberfläche Leben beginnt und in großer Harmonie weiter fließt, als ob der Maler ein Dirigent wäre, der all seine Instrumente zu einem wundervollen Crescendo zusammen ertönen lässt. Gerade so lässt Mario Tapia in seinen Gemälden die farbige Oberfläche mit den Formen und Linien zusammenfließen.

Nach dieser ersten Annäherung, wenn unsere Augen von den Farben wie eine Biene von schönen Blumen angezogen werden, bemerkt man erst die lebenden Kreaturen, die diese Welt von Dschungeln, Bergen, Wüsten und Seen bevölkern; lebendige Erinnerungen an das Land, in dem der Künstler einst lebte.

Es fällt dem Betrachter auf, dass die Figuren sich vollkommen in die Natur einfügen und man fragt sich, ob es so im Paradies seiner Vorhaben gewesen ist, bevor Menschen kamen, die des Goldes wegen die Harmonie und den Frieden der vorkolumbianischen Zivilisation zerstörten. Das Grün des Dschungels wurde rot vom Blut der Indianer.

Die Gemälde zeigen natürlich auch glückliche Momente. Die fröhlichen Gesichter der Musiker oder der Bauern, die nach einem harten Arbeitstag nach Hause kommen, oder junge Familien mit ihren Kindern.

Jedoch, die meisten Gesichter in Tapias Bildern zeigen Hoffnungslosigkeit nach einer Tragödie, wie es zum Beispiel ein Vulkanausbruch ist, oder eine Explosion in einer Mine. Erstaunen aber zeigen die Gesichter, wenn der Tod durch Menschenhand kommt. Die Indianer können in ihrer Unschuld nicht glauben, dass der Mensch von Gott das Recht bekommen hat, Leben zu geben oder zu nehmen. Sie wenden ihre Augen zum Himmel, um von ihren Göttern "QUILLA", dem Mond und "INTI", der Sonne eine Antwort zu bekommen, und sie bauen ihnen Tempel auf die Gipfel der höchsten Berge, wie dem "MACHU PICHU", geradezu wie der Maler selbst, der seine Berge fast zu den Wolken wachsen lässt, wo nur noch der Kondor, Botschafter zwischen den Göttern und Menschen, fliegen kann.

Diese Indianer, weit entfernt von unserer materialistischen Gesellschaft, leben ihr tägliches Leben in vollem Einklang mit ihren Mythen und Legenden, im Glauben an eine übernatürliche Welt. Genau das ist es, was der Maler darstellen will. Seine Bilder sind angefüllt mit Symbolismus und Poesie.

Durch die sorgfältige Komposition seiner Bilder weckt Mario Tapia in uns Sensibilität bei der Betrachtung, Sensibilität für die indianische Architektur, für die originellen vermenschlichten Monde und Sonnen, für Gebirge mit steinernen Lippen, aus denen Wasser fließt, für weiblich geformte Wolken, voll gefüllt mit milchigem Regen und für die charakteristischen Profile der Indianer, die ihre ureigene Identität ausdrücken.

von Laura Alvárez

Künstler

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