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Lorenzo von Fersen vom Verein der Tiergartenfreunde Nürnberg.   © Gnad
Lorenzo von Fersen vom Verein der Tiergartenfreunde Nürnberg. © Gnad

KulTour: Argentinier kämpft für die Tiere

Biologe Lorenzo von Fersen ist vielfältig für den Nürnberger Zoo tätig

NÜRNBERG/ZABO - Vor zwei Wochen wurde im Nürnberger Tiergarten groß gefeiert: 20 Jahre Yaqu Pacha — Naturschutz in Südamerika. Mittendrin bei den Festlichkeiten: Lorenzo von Fersen, der die Gruppe 1992 gegründet hat.

Über eine Million Dollar haben der Argentinier und sein Team in zwei Jahrzehnten mit Yaqu Pacha („Wasserwelt“) gesammelt — alles ehrenamtlich und unentgeltlich. Das Geld ist komplett in Forschungs- und Artenschutzprojekte in Brasilien und Argentinien, Peru, Chile und Uruguay geflossen — also vor Ort, in der Heimat der Tiere, um die es hier geht. Das Hauptaugenmerk von Yaqu Pacha liegt auf den aquatischen Säugern, sprich den im Wasser lebenden Säugetieren wie Wale, Delfine, Otter, Robben und Seekühe.

„Als Argentinier bin ich mit diesen Tieren groß geworden und habe sie lieben gelernt. Da war schnell klar: Ich werde später einmal Biologie studieren. Da mich Kontakte aller Art schon immer interessiert haben, lief es am Ende auf Tierpsychologie hinaus.“ Über seine wissenschaftliche Arbeit mit Delfinen kam Lorenzo von Fersen 1991 nach Nürnberg, wo er nach einem weiteren Zwischenaufenthalt in Argentinien seit 1998 lebt und arbeitet. Als Kurator für den Nürnberger Tiergarten versucht der 55-Jährige heute, Kontakte zu knüpfen, bestehende Netzwerke zu nutzen und vor allem Synergieeffekte herzustellen.

„Wir haben bei uns in Nürnberg so viele Tiere, über die wir noch immer sehr wenig wissen. Das ist ein Potenzial, das wir viel mehr nutzen wollen. Mein Job ist es unter anderem, Kontakt zu Universitäten herzustellen, die dann bei uns forschen. Denn nur wenn wir die Tiere kennen, können wir sie auch schützen.“

Zudem ist von Fersen noch 2.Vorsitzender der Tiergartenfreunde. Die unterstützten zuletzt den Bau des im Juli 2011 eröffneten Manati-Hauses — das derzeitige Schmuckstück des Nürnberger Tiergartens. „Die Manati-Seekuh ziert seit jeher das Wappen der Tiergartenfreunde, da lag das nah.“ Von diesem Kraftakt muss sich der kleine Verein derzeit erst einmal erholen. Dennoch werden eifrig neue Gelder für neue Projekte gesammelt. Mit der Erdmännchenanlage gibt es zumindest schon einen ersten Förder-Favoriten. Im Prinzip geht es hier wie dort um eines: „Tiere als Botschafter“. Weitere Infos und Kontakt unter www.yaqupacha.org und www.tiergartenfreunde-nuernberg.de

Seine KulTour-Tipps: Lorenzo von Fersen empfiehlt das Walderlebniszentrum in Tennenlohe — „einfach einmalig aufgrund der Landschaft und der Tiere“! Wenn es um Kabarett geht, schätzt der Südamerikaner die regelmäßige „Comedy Lounge“ bei Meister Robrock auf AEG — „immer wieder eine tolle Atmosphäre“! — www.winterstein.de

Und dann noch sein ganz spezieller Tipp: „Die Ausstellungen bei Arauco am Trödelmarkt 13!“
  

Stefan Gnad

 

 

Nürnberger Nachrichten
26.10.2012

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