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Foto: Händler, Kulturexperte, Anlaufstelle: Alejandro Franco hat den Überblick. Foto: Berny Meyer
Foto: Händler, Kulturexperte, Anlaufstelle: Alejandro Franco hat den Überblick. Foto: Berny Meyer

Der Adressen-Dealer

Der andere Blick auf die Szene (VIII): Besuch beim Galeristen und Schmuck-Anbieter Alejandro Franco, der Nürnbergs Kontaktmann zu Südamerika ist.

NÜRNBERG - Ich habe morgen Uni bis um eins", sagt Alejandro Franco zu einer Anruferin. Alejandro Franco ist kein Student, sondern Motor von Nürnbergs Kunst- und Musikszene – jedenfalls, wenn sie was mit Südamerika am Hut hat. Der gebürtige Chilene ist nicht nur seit 15 Jahren Galerist in seiner Galerie Arauco, sondern auch Schmuck- und Weinhändler sowie Dozent für Spanisch. "Anders könnte ich das alles nicht finanzieren", sagt der studierte Soziologe mit einem Lächeln. Und man erkennt: Dem macht das Spaß.

Alejandro Franco macht es Spaß, so viele Jobs und so viel Stress zu haben, nur um sich seinen Traum von Südamerika in dem gerade mal drei Meter breiten Haus am Trödelmarkt leisten zu können. Stimmt also doch irgendwie, dieses Klischee mit der Leidenschaft der Südländer.

Eine schwer zu überblickende Zahl an Künstlern hat bisher in seiner winzigen Galerie ausgestellt, jedes Jahr kommen fünf bis sechs neu dazu. "Das ist ein Riesenaufwand", sagt Alejandro Franco. Er muss die Künstler kontaktieren, sie nach Nürnberg bringen, mit ihnen ihre meist zusammengerollt transportierten Gemälde auf einen Rahmen spannen, sie irgendwo unterbringen, zudem Dolmetscher und Mädchen für alles spielen.

Neben seiner Galerie, die vom Erdgeschoss über den ersten Stock bis hinauf ins Treppenhaus reicht – die unglaubliche Anzahl von 60 Werken hängt hier –, kümmert er sich auch noch um den Schmuckhandel, unten im Erdgeschoss. Dafür fährt Franco mindestens ein Mal im Jahr auf die Inhorgenta, eine große Schmuckmesse. Hier schaut er sich die neuen Trends an.

Dass der Geschmack Alejandro Francos ein guter ist, kann man leicht nachprüfen. Viele der Künstler und Goldschmiede, die er in sein Programm aufnimmt, werden kurz darauf zu Stars. Und der dann von Franco exklusiv vertriebene Schmuck landet auf den Titelblättern der Schmuck-Trend-Zeitschriften.

Neben den Weinregalen im Erdgeschoss des kleinen Häuschens steht sein Computer, das Herzstück seiner Arbeit rund um die südamerikanische Kultur. Von hier aus pflegt er seine umfangreiche Internetseite. Sucht man etwa Filme aus und über Südamerika, die im deutschen TV ausgestrahlt werden – hier wird man fündig. Gleiches gilt für Konzerte, Theater, Lesungen in der Region – und so weiter. Gleichzeitig hat Alejandro Franco eine Datenbank angelegt, in der er über 6000 Kontakte hat – zu Künstlern und Musikern, Kulturattachés und Botschaftern, Galeristen und Freunden.

Wer Kontakt zur Szene sucht, muss also zum Adressen-Dealer in die Galerie Arauco (der Name stammt übrigens von den Ureinwohnern Chiles, den Araucanos, einem Krieger-Stamm) kommen. Darunter sind nicht nur Hilfesuchende oder die Schmuck-, Kunst-, Weinliebhaber und -käufer, sondern in erster Linie Freunde. Wobei: Die Trennlinie zwischen Künstler und Freund gibt es bei Alejandro Franco nicht.

Gerade ist zum Beispiel der in Argentinien geborene Künstler Osvaldo Bacmann auf einen Espresso vorbeigekommen. Er stellt zur Zeit unter dem Titel "Abschied" aus. Kurz zuvor schaute eine Organisatorin aus der Villa Leon vorbei, die fragte, ob er nicht eine kleine Ausstellung einrichten könne? Er kann.

Organisieren liegt Alejandro Franco im Blut. Er brachte das Bardentreffen auf den sonst eher verschlafenen Trödelmarkt, kümmerte sich dann um die meist – war ja klar – südamerikanischen Künstler, die hier auftraten, veranstaltet Konzerte in seiner kleinen Galerie oder Straßenfeste davor, zu denen dann um die 300 Leute kommen. "Langweilig wird mir eigentlich nie", sagt Alejandro Franco. Ach was.

Martin Mai
Abendzeitung Nürnberg
20.03.2009

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